Krebsinzidenz in Umkreis einer Mobilfunkanlage

25.02.2009

WISSENSCHAFTLICHER ORIGINALBEITRAG
Krebsinzidenz von Anwohnern im Umkreis einer Mobilfunksendeanlage in Westfalen
Interview-basierte Piloterhebung und Risikoschätzung

Veröffentlicht auf Ärzte-und-Mobilfunk mit freundlicher Erlaubnis der Redaktion UMG

Horst Eger und Frank Neppe

Bilder aus Studie

Zusammenfassung

In einem geschlossenen, isolierten Ortsteil einer westfälischen Stadt wurde im 400-Meter-Umkreis einer Mobilfunksendeanlage von 2000 – 2007 die Krebsinzidenz mittels Haus-zu-Haus-Erfassung erhoben.
Interview-basierte Daten von 575 Anwohnern zeigten einen statistisch signifikanten Anstieg der Krebsinzidenz 5 Jahre nach Beginn der Senderlaufzeit. Fragen gesundheitlicher Risiken des Menschen durch Mobilfunk kommt für die Deutsche Bundesregierung höchste Priorität zu, so dass die vorliegende, ohne Fremdmittel erstellte Analyse, diesen Zielvorgaben entspricht, um die mit einfachen Mitteln erfassbare Risikosituation der sendernah wohnenden Bevölkerung zu verdeutlichen.

Schlüsselwörter: Krebsinzidenz, Mobilfunksendeanlage, Pilotstudie

umwelt medizin gesellschaft 2009; 22(1): 55-60

Autoren: Dr. med. Horst Eger, Ärztlicher Qualitätszirkel "Elektromagnetische Felder in der Medizin - Diagnostik, Therapie, Umwelt" (QZ-Nr. 65143, Bayer. Landesärztekammer), Naila; Korrespondenzautor: Frank Neppe, Brieger Straße 13, 58640 Iserlohn-Hennen, E-Mail: fneppe (at) yahoo.de.

Studie

Wissenschaftlicher Originalbeitrag

Schlussfolgerungen

Der Ansatz epidemiologischer Forschung bietet eine einfache methodische Arbeitsbasis auch für Laien, um der Forderung nach professioneller Hilfe Nachdruck verleihen zu können. Qualitative Verbesserung der Erhebung, insbesondere die Erfassung von Risikofaktoren und die Erhöhung der Teilnehmerrate, können die Aussagekraft von Pilotstudien erhöhen. Die verfeinerte Studienplanung und Methoden der Zusatzerhebungen wurden von Legator & Strawn allgemeinverständlich zusammengestellt (LEGATOR & STRAWN 1998).
In der konkreten Situation der Stadt Hennen sind eine intensive Nacherhebung auf der Basis des Wohnortregisters aller Anwohner und die Einbeziehung aller behandelnden Ärzte zur Qualitätssteigerung unabdingbar. Nur mit repräsentativen Erhebungen lassen sich auch die situationsbedingten Unterschätzungen der tatsächlichen Krebsinzidenzen im Sinne der Validierung überprüfen.

Da sich ein signifikanter Anstieg der Krebsinzidenzen innerhalb der untersuchten Kohorte in Hennen bereits ohne diese Optimierung zeigt, wird der dringend vorhandene Klärungsbedarf verdeutlicht.

Damit steht dieser Ansatz in Übereinstimmung mit den Aussagen der Bundesregierung, die der Erfassung von gesundheitlichen Effekten nach Einwirkungen durch Mobilfunk auf den Menschen höchste Priorität zubilligen (BUNDESREGIERUNG 2008). Eine sofortige verbesserte epidemiologische Feldstudie in Hennen und Vergleichsregionen scheint dringend indiziert, zumal Cherry in seiner bisher vom Bundesamt für Strahlenschutz nicht widerlegten Kritik der Grenzwerte der International Comission of Non-Ionizing Radiation Protection - ICNIRP1 auf das erhebliche Schädigungspotential hochfrequenter elektromagnetischer Felder hinweist (CHERRY 2002).

Mitteilung der UMG-Redaktion

Der obige Beitrag ist als wissenschaftlicher Originalbeitrag gekennzeichnet und unterlag einem speziellen Peer-Review-Verfahren unter Beteiligung des Wissenschaftlichen Beirats.
Die Redaktion

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