39-2006: Dipl.-Ing. R. M.
Dipl.-Ing. R.M., geb. 1967, Elektrotechniker, freute sich über die Versetzung in die Zentrale im Oktober 2006, da sie bessere Entwicklungsmöglichkeiten bot. Jedoch traten nach kurzer Zeit folgende Symptome am Arbeitsplatz auf: Konzentrationsstörungen, Unfähigkeit logisch zu denken, Müdigkeit, Benommenheit, Infektanfälligkeit, starker Schwindel, Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Gewichtsabnahme, Hitzegefühl im Augenbereich, rote Augenränder, Gesichtsmuskelzucken, Taubheitsgefühl und Kribbeln an Händen und Füßen, Stromschläge in Armen und Beinen, verschwommenes und schmerzhaftes Sehen. Auch zu Hause in seiner Wohnung, die sich in einem Wohn- und Einkaufszentrum befand, trat eine Verschlechterung auf: schwere Schlafstörungen, innere Unruhe, merkwürdiges Kribbeln im ganzen Körper, Gefühl aufgeladen zu sein, hämmernde Kopfschmerzen, völlige Kraftlosigkeit und Verlust des Lebenswillens. Untersuchungen bei Hausarzt, Neurologe und Augenarzt konnten die Ursache der massiven Beschwerden nicht erklären. Die Ärzte waren ratlos.
Der Besuch eines Studienfreundes in der Wohnung brachte Hinweise: mit dem mitgebrachten Laptop konnte der Freund 20 WLAN access points in unmittelbarer Nähe erkennen. Außerdem besaßen viele Nachbarn DECT-Telefone. Durch einen kurzfristigen Umzug Mitte 2007 ließen die Beschwerden zu Hause nach. Am Arbeitsplatz wurde es jedoch immer schlimmer und er fehlte häufig. Die vom Arbeitgeber durchgeführten Messungen wiesen WLAN, GSM-R, GSM und DVB-T nach. Da die geltenden Grenzwerte eingehalten waren, sah der Arbeitgeber keinen Handlungsbedarf. Seit Januar 2008 ist er dauerhaft krankgeschrieben. Im Wald fühlt er sich am wohlsten. Er weiß nicht, wie es weitergehen soll: „Mein Leben wird folglich immer schwieriger, da durch die rein wirtschafts-orientierte Grenzwertfestsetzung unseres Gesetzgebers meine Existenz zunehmend bedroht wird. Die kabellosen Kommunikationstechniken haben an nahezu jedem Arbeitsplatz in Deutschland Einzug gehalten haben. WLAN, Bluetooth & Co. boomt mittlerweile so kräftig, dass diese Techniken nicht nur zu Hause, in Kneipen, Restaurants, Geschäften, Hotels, Verkehrsmitteln, Bahnhöfen oder Kranken-häusern(!), sondern auch an vielen öffentlichen Plätzen (sog. Hotspots) wie Innenstädte oder Sehenswürdigkeiten aufgebaut wird. Zusammen mit den anderen digitalen Mobilfunkanwendungen, wie UMTS, GSM, BOS, WiMAX, DVB-T usw. ist die Gesundheitsbelastung des menschlichen Körpers durch diese Techniken schon heute überschritten. Dies zeigt der Anstieg elektrosensibler Menschen in Deutschland.“