27-2002: Herr G. O.
Herr G.O., geb. 1954; litt während einer einjährigen Weiterbildungsmaßnahme im oberstes Stockwerk eines etwa 25 m hohen Hauses im April 2002 plötzlich unter folgenden Symptomen: Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, schmerzhaftes Druckgefühl in den Ohren, schrilles, pulsierendes Rauschen im Kopf, Ohrensausen, schmerzhafter Kopfdruck und Blutdruckanstieg bis auf 210/140 mmHg. Eine Mobilfunkantenne, montiert an der Außenwand des Treppenhauses, war in Betrieb gegangen. Der Abstand zu den Arbeitsplätzen betrug zwischen 5 und 10 m. Seit dieser Zeit reagierte er stark auf alle Hochfrequenz-Quellen und auch auf elektrische und magnetische Wechselfelder sowie Bahnstrom. Seine Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus nahmen Rücksicht und entfernten ihre DECT-Telefone größtenteils. Als im Februar 2007 ein neuer Nachbar mit DECT-Telefon und WLAN-Rooter schräg über ihm einzog, wurde die Lage für Herrn O. zu Hause unerträglich und gesundheitsgefährdend mit Blutdruckspitzen von 200/150 mmHg. Der Nachbar bestand auf der Nutzung dieser Geräte, da es sich um eine zugelassene Technik handele. Das Gesundheitsamt Bamberg versuchte Herrn O. mit einer Bestätigung vom 05.04.07 zur Vorlage bei dem Nachbarn zu helfen: „Im Hinblick auf die Sensibilität von Herrn O. für entsprechende Störungen wird darum gebeten, im Umfeld auf vermeidbare Strahlenquellen zu verzichten, insbesondere WLAN, DECT-Telefon und sonstige Telefone.“ Der Nachbar reagierte jedoch erst als sich Staatsekretärin M. Huml eingeschaltet hatte und entfernte DECT-Telefon und WLAN.