24-2001: Herlikofen
Nach der Inbetriebnahme von Mobilfunksendern im Kirchturm von Herlikofen im Sommer 2001 traten bei vielen Anwohnern erhebliche Symptome auf. Seit 2001 schlafen Menschen im Keller oder im Wald. Zwanzig Anwohner sind weggezogen. Viele sind erkrankt.
Frau H.P., geb. 1930, begab sich in eine Ferienwohnung im Nachbarort. Im ärztlichen Attest vom 27.11.01 heißt es: „Frau P. kam zu mir in die Praxis und klagte seit dem Sommer 2001 über Herz-rhythmusstörungen, gesteigerte Nervosität, Schlafstörungen, Übelkeit, Frösteln und einen Brumm-schädel. Diese Symptome verschwanden, wenn Frau P. sich an einem anderen Ort befand. Alle diese Symptome deuten auf ein irritiertes vegetatives Nervensystem.
Ich habe daraufhin bei der Patientin 2 Langzeit- EKG`s mit Langzeitblutdruckmessung durchgeführt. Bei der einen Messung hielt sich Frau P. in Herlikofen auf, bei der anderen in Mönchsdeggingen. Ich habe beide Messungen verglichen und dabei festgestellt, dass in Herlikofen ca. doppelt so viele ventrikuläre Extrasystolen aufgezeichnet wurden im Vergleich zur Messung in Mönchsdeggingen.“
Der Allgemeinarzt beobachtete das gehäufte Neuauftreten verschiedener Symptome einschließlich von Herzrhythmusstörungen. Er wandte sich am 19.10.2001 an das Umweltbundesamt: „Als zuständiger Hausarzt höre ich vermehrt Klagen der Anwohner im Stadtteil Herlikofen (Stadt Schwäbisch Gmünd) über Schlafstörungen, Kribbeln im Leib, seltsame Unruhezustände und andere subjektive Empfindungsstörungen, die dem vegetativen Nervensystem zugerechnet werden müssen.
So habe ich diesen Menschen vorgeschlagen, mit Hilfe des Langzeit-EKG´s dies zu objektivieren. Dabei ergaben sich folgende medizinischen Befunde: Die Anzahl der ventrikulären Rhythmus-störungen erhöhte sich um das Doppelte, ebenso die gefährlichen Couplet´s. Gibt es bei Ihnen eine Pilotstudie, die diese Befunde sammelt? Welche Institute oder Universitäten befassen sich mit dieser Problematik? Ich bin Nutzer der neuen Kommunikationstechnologie und war erstaunt darüber, dass ich bei mir selbst die objektiven Rhythmusstörungen nachweisen konnte (Anmerkung: der Arzt hatte sich selbst nachts mit angelegtem Langzeit-EKG an den Kirchturm begeben). Subjektiv habe ich keine Symptome bei mir selbst beobachtet. Wahrscheinlich reicht eine kurze Exposition nicht aus, um das Gesundheitsrisiko zu beurteilen. Dennoch objektiv sind diese Rhythmusstörungen auch bei kurzer Exposition nachweisbar.“
Eine 16-jährige Jugendliche wandte sich im Juli 2006 erneut an Bischof Dr. Fürst, Rottenburg:
„...Sind Sie wirklich der Meinung, dass man noch weitere fünf Jahre die Anwohner bestrahlen darf, wo bleibt hier die Verantwortung für uns Jugendliche und Kinder. Es ist für meine Familie und mich unvorstellbar noch fünf Jahre im Keller hausen zu müssen. Das ganze Jahr über können wir uns wegen der starken Mobilfunkstrahlung, die vom katholischen Kirchturm ausgeht, nur kurze Zeit draußen aufhalten. Ich lade Sie, Herr Bischof Dr. Fürst ein, sich das alles vor Ort anzuschauen und sich der Verantwortung zu stellen. Das wäre in meinen Augen verantwortungsbewusstes Handeln.
Wie kommen Sie dazu mitzuteilen, es bestehe keine dringlicher Grund den Vertrag zu kündigen?
Ich meine, es gibt genügend Gründe den Kirchturm schnellstens wieder zu säubern. Es haben schon so viele Menschen wegen dem katholischen Kirchturm Herlikofen verlassen. Das wissen Sie doch. Und weiter wissen Sie auch, dass viele schwer krank sind. Sind das für Sie keine schwerwiegenden Gründe, den Vertrag zu kündigen?...“